|
Der Perito Moreno Gletscher in der patagonischen Provinz Santa Cruz gehört zweifellos zu den grössten Naturspektakel der Welt - und dies nicht nur alle 3-4 Jahre, wenn er durchbricht und dabei ein wahrlich unvergessliches Schauspiel bietet. Erfahrungsgemäss braucht das Gletschereis so lange, bis es über einen Seitenarm des Argentino-See hinausgewachsen ist. Dann steigt der Wasserdruck im abgeschnitten Seeteil (Brazo Rico) derart an, dass er sich in einem spektakulären Durchbruch entladen muss, wobei in der Umgebung die Erde zu Beben beginnt und die Bäume erzittern. Doch auch wenn man zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend ist, ist die über 4 km lange und 60 m hohe, aus vielen Eistürmen bestehende Gletscherwand stets ein aussergewöhnliches Erlebnis. Unablässig ist sie voller Bewegung und fremder Laute. Die ganze Zeit lösen sich Eisstücke und stürzen unter gewaltigem Getöse in den See, der von dunkelblauen Eisbergen gekrönt ist. Und wenn man den Gletscher einen ganzen Tag lang vom gegenüberliegenden Ufer beobachtet, wechselt er durch die Sonneinstrahlung auch seine Erscheinung.
In diesem Teil des Nationalpark Los Glaciares befinden sich aber auch eine Reihe andere eindrückliche Eisfelder wie der Upsala Gletscher (mit 595 qkm wohl einer der grössten der Welt) oder die Onelli- und Spegazzini-Gletscher in märchenhafter bewaldeter Umgebung, wo viele schützenswerte Pflanzen gedeihen. Etwas weiter im Norden des Parks liegt überdies der Cerro Fitz Roy (ca. 3400 m), eine immense, formvollendete Granitpyramide, die man aus der Nähe bestaunen kann.
In dieser Region kann man eine Menge Sportarten machen, darunter Eisklettern, Trekking, Reiten, Bootfahren. Der Nationalpark Los Glaciares ist bequem von den nahegelegenen, gut ausgebauten Touristenzentren El Chaltén und El Calafate erreichbar. |