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Buenos Aires, die argentinische Hauptstadt, wirkt wie eine verlorene Weltmetropole in den südlichsten Gefilden der Erde. Trotzdem kann die Kapitale des Tango auf eine lange, hoffnungsträchtige Geschichte zurückblicken. In Buenos Aires fühlt man sich eher in einer südeuropäischen Metropole als in Lateinamerika, obwohl es allein von der Grösse her eher São Paulo, New York, Tokyo oder Mexiko-City ähneln würde. Das Stadtzentrum, von Abwanderung betroffen, zählt heute nur noch unter 3 Mio. Einwohner, der vom Umland der wenig besiedelten Pampas klar abgegrenzte Ballungsraum hingegen rund 12 Mio. Einwohner, tendenz steigend.
Schon 1536 wurde an der Stelle, an der heute Buenos Aires liegt, von Pedro de Mendoza eine erste Siedlung gegründet. Aber erst Juan de Garay gelang es letztlich 1580, eine dauerhafte Siedlung zu errichten. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Buenos Aires rasant und war anfangs des 20. Jahrhunderts sogar die grösste südamerikanische Metropole.
Buenos Aires ist nicht nur die politische, sondern auch die Industrie-, Finanz- und Kulturhauptstadt Argentiniens, wozu auch die zahlreichen europäischen und Einwanderer aus anderen Erdteilen beitrugen, die sich im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts hier niederliessen. Dementsprechend wirkt Buenos Aires als einzige Metropole auf dem lateinamerikanischen Kontinent eher wie süd- und westeuropäische Millionenstädte. In vielen Stadtquartieren würde man sich in London, Paris, Madrid oder Rom wähnen. Wie alle Weltmetropolen hat aber auch Buenos Aires täglich gegen Verslumung, Kriminalität und Luftverschmutzung zu kämpfen.
Vom internationalen Flughafen Ezeiza her kommend, wirkt diese unerklärliche Stadt mit ihren Hochbauten in Zement und ihren vorgelagerten Slums (villas miserias) auf den ausländischen Besucher zunächst eher uninspirierend, was sich aber schon spätestens nach ein paar Tagen Aufenthalt im historischen Stadtzentrum ändern dürfte. Es ist die kulturelle Vielfalt seiner Stadtquartiere wie La Boca, San Telmo, Palermo und Recoleta, die letztlich die Einheit von Buenos Aires prägen und auch den Touristen entzücken werden. Diese Vielfalt hat einen guten Grund: Buenos Aires wirkte schon immer als Projektionsfläche und Mythos für die zahlreichen Neuankömmlinge aus den fernsten Erdteilten - was zu einem guten Teil auch heute noch so ist. Trotz des engen Wohnraums gibt und gab es hier immer genügend Platz, Arbeit, Anerkennung und Glücksverprechen. |